Die Hitze in den Sommermonaten ist eine große Belastung für uns alle. Daher ist es gut zu wissen, dass die Stadtwerke Marburg bei hohen sommerlichen Temperaturen grundsätzlich nur Busse mit einer funktionierenden Klimaanlage im Linienbetrieb einsetzen– auch im Interesse unseres Fahrpersonals. 83 von 87 Busse der Stadtwerke verfügen über eine solche Klimaanlage – also fast der gesamte Bestand. Dabei sind vor allem neuere Klimasysteme, wie sie in den zuletzt beschafften Elektrobussen verbaut sind, sehr widerstandsfähig.
Bei anhaltend hohen Temperaturen wird das gesamte Fahrzeug allerdings sehr stark beansprucht und der Verschleiß von Materialien beschleunigt. Die Busse und ihre Klimaanlagen werden daher regelmäßig mit großem Aufwand gewartet und bei Defekten sofort instandgesetzt.
Um ein Beispiel zu geben: Innerhalb der Wärmetauscher einer Bus-Klimaanlage sind Kältemittelleitungen mit einer Gesamtlänge von mehr als 1.100 Metern sowie zahlreiche weitere Verbindungsleitungen verbaut. Klimaanlagen von Linienbussen sind also nicht mit der in einem PKW verbauten Technik vergleichbar. Tritt ein Leck in einer Leitung auf, wird die Leitung schnellstmöglich repariert, damit die Klimaanlage wieder läuft und der Bus wieder eingesetzt werden kann.
Funktion einer Klimaanlage im Bus
Wie aber funktioniert eine Klimaanlage? Vereinfacht gesagt: Eine Klimaanlage im Bus arbeitet in einem geschlossenen Kältemittelkreislauf. Im Verdampfer nimmt das Kältemittel Wärme aus der Luft im Fahrgastraum auf, wodurch die Luft abgekühlt wird. Das Lüftungssystem verteilt die gekühlte Luft gleichmäßig im gesamten Bus. Anschließend gibt das Kältemittel die aufgenommene Wärme im Kondensator an die Außenluft ab.
Bei der Kühlung im Innenraum wird auf das richtige Verhältnis zur Außentemperatur geachtet. Zu große Temperaturunterschiede werden aus gesundheitlichen Gründen vermieden.
Übrigens: Die Bildung von Kondenswasser im Fahrgastraum ist ein physikalisch normaler Vorgang und zeigt, dass der Verdampfer der Klimaanlage der Luft wirksam Wärme und Feuchtigkeit entzieht. Vereinzelt in den Innenraum gelangendes Kondenswasser ist daher grundsätzlich ein Hinweis auf eine funktionierende Kühlleistung und nicht auf einen Ausfall der Klimaanlage.
Öffnen der Türen an Haltestellen
Auch wenn die Technik einwandfrei funktioniert: Bei Außentemperaturen von annähernd 40 Grad kommt auch die beste Klimaanlage an ihre Grenzen.
Hinzu kommt eine physikalische Gegebenheit: Die Haltestellen im Marburger Stadtbusverkehr liegen in Marburg in der Regel dicht beieinander. Was für einen guten Anschluss an den ÖPNV und für hohen Fahrgastkomfort sorgt, hat jedoch einen Nebeneffekt: Kurze Wegen zwischen den Haltestellen führen dazu, dass die Bustüren häufiger geöffnet werden.
Mit jeder Türöffnung an einer Haltestelle entschwindet kühle Luft aus dem Bus und heiße Luft strömt hinein. Das heißt: Auch wenn die Klimaanlage im Bus auf Hochtouren läuft, ist es aufgrund der permanenten Türöffnung nahezu unmöglich, eine konstant kühle Temperatur im Bus zu halten. Um das in Zahlen zu verdeutlichen: Abhängig vom Bus-Typ beträgt die Fläche der Türen bis zu 15 Quadratmeter, die sich durchschnittlich alle 300 Meter öffnen.
Klappfenster und Sonneneinstrahlung
Hinzukommt, dass Fahrgäste vereinzelt die Klappfenster im Bus öffnen. Auch deswegen kann die Klimaanlage nicht richtig arbeiten, da zusätzlich warme Luft über die geöffneten Fenster hineinströmt. Wer also Wert auf eine gute Klimatisierung legt, achtet auf geschlossene Klappfenster.
Was außerdem eine Rollte spielt, ist die Sonneneinstrahlung, die einen Bus mit seinen großen Fensterfronten zusätzlich aufheizt. Wer auf einem Platz am Fenster sitzt, spürt die Hitze besonders intensiv.
Achtung an heißen Tagen
Auch wenn die Stadtwerke Marburg einiges unternehmen, damit die Klimaanlagen in den Bussen funktionieren, bleiben heiße Sommertage eine große Herausforderung. Gleichzeitig gilt: Wer mit dem Bus unterwegs ist, entscheidet sich für eine besonders klimafreundliche Form der Mobilität und leistet damit einen Beitrag zum Klimaschutz. Umso wichtiger ist es, den ÖPNV auch bei steigenden Temperaturen so zuverlässig und komfortabel wie möglich zu gestalten. Daher ist auf die allgemeinen Hitzeschutzempfehlungen zu achten. Das bedeutet unter anderem, auch im Bus ausreichend Trinkwasser mitzunehmen und besonders auf hitzeempfindliche Personengruppen wie beispielsweise ältere Menschen und Kinder zu achten.